Die vorangegangenen und  folgenden Ausführungen sind in großer Übereinstimmung mit dem Gemeinde – und Missionsforscher C. Peter Wagner entwickelt worden. Aus meiner Sicht hat Wagner meine Ansicht und Beobachtung der Gemeindeentwicklung bestens bestätigt und weitgehend ergänzt. Deshalb habe ich mich von seinen Aussagen gerne beeinflussen lassen.

Der krasseste Wechsel von einer Zeit in eine neue war der Wechsel vom Alten Bund zum Neuen Bund in der Bibel. Jesus beschrieb diesen Wechsel mit dem Schritt vom alten Weinschlauch zum neuen Weinschlauch.

„Einmal kamen die Jünger des Johannes zu Jesus und fragten: “Wie kommt es, dass wir und die Pharisäer so viel fasten, deine Jünger aber nicht?” Jesus erwiderte: “Können die Hochzeitsgäste denn trauern, wenn der Bräutigam bei ihnen ist? Die Zeit kommt früh genug, dass der Bräutigam von ihnen weggenommen sein wird. Dann werden sie fasten. Niemand näht doch ein neues Stück Stoff auf ein altes Gewand, sonst reißt das neue Stück aus, und der Riss im alten Stoff wird noch größer. Und niemand wird doch neuen Wein in alte Schläuche füllen. Er gärt ja noch und würde die Schläuche zum Platzen bringen. Dann würde der Wein auslaufen und die Schläuche wären verdorben. Nein, neuen Wein füllt man in neue Schläuche, und beide bleiben erhalten.” Matthäus 9,14-17 

Jesus vergleicht Johannes den Täufer und seine Jünger mit einem alten Weinschlauch. Johannes der Täufer war wirklich der letzte große Repräsentant des Alten Bundes. Jesus sagte, dass der kleinste im Reich Gottes größer ist als Johannes der Täufer (Matthäus 11,11). Damit verglich er den Alten mit dem Neuen Bund. Jesus und seine Jünger waren die ersten Repräsentanten des Neuen Bundes, dem neuen Weinschlauch. Ein Bund schützt den Inhalt des Bundes. Der Alte Bund schützte durch das Gesetz, Gott, der auf Christus hin, Sünde durch Gesetz offenbar macht und zeigte, dass eine Erlösung nötig ist. Der Neue Bund schützt durch das Blut Jesu alle, die durch Glauben an Christus ein neues Leben leben. Weinschläuche schützen den Inhalt vor verschütten und ähnliches. Nun stellt sich die Frage, warum Jesus diese Aussage aus Matthäus 9 trifft?

Der Grund, warum Gott seinen neuen Wein (eine neue Geistesausgießung) nicht in den alten Weinschlauch gießt, ist wahrscheinlich seine Gnade und Liebe. Er liebt den alten Weinschlauch und möchte ihn nicht ruinieren. Denn jeder alte Weinschlauch war zu einer bestimmten Zeit einmal ein neuer Schlauch. Neuer Wein würde ihn zerstören.

Wichtig ist, dass nicht der Schlauch das entscheidende Moment darstellt, sondern der Wein (Geist). Der Weinschlauch ist die Struktur, der Rahmen, die Prinzipien innerhalb des Rahmens, aber das wichtigste ist der Geist, der dem Rahmen, der Struktur überhaupt erst einmal den Sinn gibt!

Der Alte Bund beinhaltete einmal Gottes neuen Wein. Jesus liebte Johannes den Täufer. Gott ehrt den Alten Bund, aber gleichzeitig wird er seinen neuen Wein (Geist) nicht mehr hinein gießen. Seine Zeit ist vorbei. Hebräer 8,9 “Gott selbst hat hier von einem neuen Bund gesprochen. Das bedeutet, dass der erste Bund nicht mehr gilt. Was aber alt und überholt ist, wird bald nicht mehr bestehen.”
Ein interessanter Faktor ist, dass alter Wein oftmals begehrenswerter ist als neuer. Wie verhängnisvoll das sein kann, zeigt sich in den Tagen des Neuen Bundes. „Aber niemand, der vom alten Wein getrunken hat, will vom Jungen etwas wissen. ›Der alte ist gut‹, sagt er.«“ Lukas 5,39 

Was Gott in der Vergangenheit getan hat, war gut – so gut, dass es verständlich ist, dass manche keinen neuen Wein wollen. Und doch ist es so, dass Gott immer wieder neuen Wein ausgießt. Ausgießungen des Heiligen Geistes! Immer wieder hat Gott neuen Wein ausgegossen und suchte sich dafür neue Schläuche. Mit der Ausgiessung werden auch immer gleichzeitig neue Manifestationen der Herrlichkeit und Kraft Gottes sichtbar. Was in Gott nicht neu ist, ist aber für die Menschen wohlmöglich neu und ungewohnt. Die Gewohnheiten und der Schutz der vergangenen Herrlichkeit liefern genug Grund, das Neue abzulehnen und schlimmstenfalls zu verfolgen.

Das beste Beispiel dafür findet sich in der Geschichte Jesu und seiner Jünger selbst. Der damalige Klerus der jüdischen Geistlichkeit standen im krassen Widerspruch zu dem, was Jesus brachte. So ging es immer zu bis heute!

 

 

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